NL  |  FR  |  EN  |  DE  
klein normaal groot
home
 
Strategischen Aktionsplan für die Umstellung
und Arbeitsplatzbeschaffung

(START)
 nl fr  I  en  I  de


Ende 2004 beschloss die Flämische Regierung, einen Strategischen Aktionsplan für die Umstellung und Arbeitsplatzbeschaffung (Strategisch Actieplan voor Reconversie en Tewerkstelling - START) für den Zaventemer Flughafen zu erstellen. Konkreter Anlass für diesen Beschluss war die Entscheidung des Kurierdienstes DHL, sein europäisches Verteilzentrum nach Leipzig zu verlegen und Zaventem zu einer regionalen Niederlassung abzuwerten. Die Anzahl der Flugbewegungen und Fluggäste war jedoch bereits seit dem 11. September 2001 und der darauf folgenden internationalen Luftfahrtkrise zurückgegangen, als auch die belgische nationale Fluggesellschaft Sabena Insolvenz anmelden musste.

Ziel
Die Absicht der Flämischen Regierung war es, die Flughafenregion unter Berücksichtigung der Interessen der Anwohner, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu entwickeln und das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen. Laut dem Raumordnungsplan für Flandern ist der Flughafen nämlich einer der wichtigsten Motoren (eines der sog. internationalen Tore) der flämischen Wirtschaft. Die Flämische Regierung gab die Ausarbeitung einer Langzeitstrategie (den Strategiebericht) für den Flughafen bis 2025 in Auftrag. Weil es eine komplexe Problematik betrifft, die verschiedene Sektoren und politische Ebenen anbelangt, gründete die Flämische Regierung verschiedene Beratungsgremien, wie unter anderem die Flämische Flughafenkommission im Sozial- und Wirtschaftsrat Flandern (SERV). Außerdem wurden eine politische Arbeitsgruppe (eine „Task Force" mit Vertretern aller flämischen Minister) sowie eine verwaltungstechnische Arbeitsgruppe (amtliche Kerngruppe mit Vertretern aus den verschiedenen Verwaltungen unter Leitung des Provinzgouverneurs) eingerichtet, um die Politik zu gestalten. START hat vor allem für die Mobilität, die Entwicklung von Gewerbegebieten und den Arbeitsmarkt konkrete Folgen.

Bessere Mobilität
Eines der Hauptziele von START ist es, den Flughafen besser erreichbar zu machen, sowohl mit dem Auto, dem Rad, dem Bus als auch mit der Bahn. Dazu müssen sowohl die Straßeninfrastruktur als auch – was genauso wichtig ist – der Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel verbessert werden. Das aktuelle Mobilitätsproblem kann nämlich niemals gelöst werden, solange einige Arbeitnehmer und Reisende nicht auf öffentliche Verkehrsmittel (Modal Shift) umsteigen. Daher führte die flämische Busgesellschaft De Lijn zusätzlich zu den 4 bestehenden Busverbindungen zum Flughafen 13 neue Linien und einen Nachtbus ein, sodass die Gesamtzahl der Linien, die die Flughafenregion bedienen, derzeit 18 beträgt. Darüber hinaus ermöglichen große Infrastrukturarbeiten (das Diabolo-Projekt) schnellere Zugverbindungen zum Flughafenbahnhof. Durch die Anlage eines fehlenden Abschnitts (Nossegem-Kurve) Ende 2005 mussten die Züge nach Leuven nicht länger über Brüssel fahren, was mit einem beträchtlichen Zeitgewinn einherging. Züge nach Mechelen können ab 2012 durch einen Tunnel zu einem neuen Gleis über den Grünstreifen der E19 fahren. Darüber hinaus sind 2 neue Straßenbahnlinien von Vilvoorde und Evere aus geplant. Die Mehrheit der Arbeitnehmer und Passagiere fährt jedoch immer noch mit dem Wagen, und daher wird auch die Straßeninfrastruktur optimiert. So wird der Ein- und Ausfahrtkomplex 12 auf der E19 (die nördliche Erschließung des Flughafens) tiefgreifend geändert und werden Durchgangs- und Anliegerverkehr auf dem Brüsseler Ring (RO) in Zukunft voneinander getrennt. Die zentralen Fahrspuren werden dem Durchgangsverkehr vorbehalten, während die äußeren Fahrspuren für die Anwohner (Ein- und Ausfahrten für den Anliegerverkehr befinden sich am Nordring) vorgesehen sind. Der Abschnitt zwischen Sterrebeek und dem Viadukt von Vilvoorde ist zuerst an der Reihe, danach folgt der Abschnitt zwischen dem Viadukt und Groot-Bijgaarden.

Entwicklung von Gewerbegebieten
Im Rahmen des Aktionsplans START steht die Neuentwicklung bestehender, jedoch veralteter und vernachlässigter Gewerbegebiete an erster Stelle. Um die Möglichkeiten auszuloten, gab die Provinz Flämisch-Brabant den Masterplan Machelen-Vilvoorde in Auftrag. Die zweite Option besteht darin, bestimmte Gelände, die im Raumordnungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen wurden, ihrem Zweck entsprechend zu entwickeln. In diesem Rahmen werden Lozenberg in Zaventem, Bessenveld in Diegem (Machelen) und weiter entfernt Westrode in Wolvertem (Meise) als Gewerbegebiet erschlossen 1. Erst in letzter Instanz werden neue Gelände angelegt. So soll der Frachtflughafen Brucargo für flughafenspezifische Tätigkeiten nach Westen erweitert werden.

Arbeitsmarkt
Für einige Berufe ist es sogar in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schwer, Personal zu finden. Grund dafür sind der Mangel an Mobilität und Flexibilität sowie fehlende Sprachkenntnisse. Daher erstellten die flämische und Brüsseler Akteure einen Luftaktionsplan (LAP). Das flämische und Brüsseler Amt für Berufsbildung und Arbeitsbeschaffung(VDAB und Actiris) arbeiten jetzt zusammen, um Brüsseler Arbeitssuchende anzuwerben. Arbeitssuchende und Unternehmen werden gescannt, um einerseits die Fertigkeiten zu ermitteln, die für die freie Stelle erforderlich sind, sowie um andererseits die vorhandenen und eventuell fehlenden Fertigkeiten der Arbeitssuchenden festzustellen, und wie diesbezüglich Abhilfe geschaffen werden kann. Die Flämische Arbeitgeberorganisation (VOKA) unterstützt Unternehmen, um eine eigene Sprachpolitik auszuarbeiten (über ein Lernendes Netzwerk). Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen treffen sich jetzt auch in einem informellen Beratungsgremium, dem ständigen Arbeitsforum.


(1) Die Pläne für ein Gewerbegebiet entlang der A12 in Westrode (Meise) stammen bereits von vor ca. 30 Jahren. Im Jahre 1974 entschieden sich die Interkommunale Haviland und die regionale Entwicklungsgesellschaft (GOM, die jetzige Entwicklungsgesellschaft der Provinz (POM)) zu dieser Anlage. Im Landschaftsnutzungsplan 1977 wurde das Gelände einerseits als Gewerbegebiet und andererseits als Reservegebiet für Industrie ausgewiesen. Die Interkommunale investierte daraufhin ca. 12,5 Millionen Euro in die Enteignung. 1997 bestimmte die Flämische Regierung jedoch nicht die Kommune Meise zum wirtschaftlichen Knotenpunkt im Raumordnungsplan für Flandern, sondern die benachbarte Kommune Londerzeel. Im Jahr 2004 fasste die Flämische Regierung den Beschluss, Westrode im Rahmen des Aktionsplans START dennoch zu entwickeln. Dazu genehmigte sie 2008 einen regionalen räumlichen Ausführungsplan (gewRUP). Die Anwohner legten jedoch Berufung gegen diesen Plan ein, woraufhin der Staatsrat ihn 2010 mit dem Argument für nichtig erklärte, dass das Gelände zu keinem wirtschaftlichen Knotenpunkt gehörte. Der Flämische Minister für Raumordnung Philippe Muyters teilte mit, dass er Meise bei der bevorstehenden Revision des Raumordnungsplans für Flandern zum wirtschaftlichen Knotenpunkt bestimmen wollte.

In unserer Datenbank finden Sie noch viel mehr Dokumente. Die meisten sind nur verfügbar auf niederländisch. Sie können aber deutsche Stichwörter eintippen.