Dokumentationszentrum über die Vlaamse Rand, 2010
Situierung
Zusammensetzung der fünf Randföderationen
| RANDFEDERATIE ASSE: 1. Asse 2. Bekkerzeel 3. Borchtlombeek 4. Brussegem 5. Dilbeek 6. Essene 7. Groot-Bijgaarden 8. Hamme 9. Hekelgem 10. Itterbeek 11. Kobbegem 12. Liedekerke 13. Mazenzele 14. Mollem 15. Relegem 16. Schepdaal 17. Sint-Katherina-Lombeek 18. Sint-Martens-Bodegem 19. Sint-Martens-Lennik 20. Sint-Ulriks-Kapelle 21. Teralfene 22. Ternat 23. Wambeek 24. Wemmel 25. Zellik |
RANDFEDERATIE HALLE: 1. Halle 2. Alsemberg 3. Beersel 4. Beert 5. Bellingen 6. Bogaarden 7. Buizingen 8. Drogenbos 9. Dworp 10. Elingen 11. Gaasbeek 12. Huizingen 13. Lembeek 14. Linkebeek 15. Lot 16. Oudenaken 17. Pepingen 18. Ruisbroek 19. Sint-Genesius-Rode 20. Sint-Laureins-Berchem 21. Sint-Pieters-Leeuw 22. Vlezenbeek |
RANDFEDERATIE TERVUREN: 1. Tervuren 2. Duisburg 3. Hoeilaart 4. Huldenberg 5. Leefdaal 6. Loonbeek 7. Neerijse 8. Ottenburg 9. Overijse 10. Sint-Agatha-Rode 11. Vossem |
RANDFEDERATIE VILVOORDE: 1. Vilvoorde 2. Beigem 3. Elewijt 4. Eppegem 5. Grimbergen 6. Hofstade 7. Humbeek 8. Machelen 9. Meise 10. Muizen 11. Perk 12. Peutie 13. Strombeek-Bever 14. Weerde 15. Zemst |
RANDFEDERATIE ZAVENTEM: 1. Zaventem 2. Berg 3. Buken 4. Diegem 5. Kampenhout 6. Kraainem 7. Melsbroek 8. Nederokkerzeel 9. Nossegem 10. Steenokkerzeel 11. Sterrebeek 12. Sint-Stevens-Woluwe 13. Wezembeek-Oppem |
| aantal inwoners 1970 | aantal raadsleden | aantal gemeenten | aantal ha | |
| Agglomeratie Brussel | 1.071.094 | 83 | 19 | 16.179 |
| Randfederatie Asse | 106.949 | 27 | 25 | 18.934 |
| Randfederatie Halle | 102.575 | 27 | 22 | 18.078 |
| Randfederatie Tervuren | 47.787 | 19 | 11 | 15.259 |
| Randfederatie Vilvoorde | 97.787 | 27 | 15 | 13.468 |
| Randfederatie Zaventem | 63.832 | 23 | 13 | 8.584 |
Befugnisse
Die Randföderationen bildeten Arbeitsgemeinschaften von Kommunen, die um eine Kerngemeinde herum gruppiert waren. Zu den vor allem technischen Befugnissen dieser neuen übergemeindlichen Verwaltungsorgane gehörten: Müllabholung und -verarbeitung, die gebührenpflichtige Personenbeförderung, Feuerwehr sowie dringende medizinische Hilfe. Auf Wunsch konnten die Kommunen auch Folgendes regeln: Flughäfen, öffentliche Märkte, Schlachthäuser, öffentliche Parkplätze, Tourismus, Zelten, Krematorien und Kolumbarien, Einrichtung von Diensten für technische Hilfe an die Gemeinden und sonstige Befugnisse, die ihnen von einer anderen Behörde gewährt wurden. Wichtiger jedoch war, dass das Gesetz über die Agglomerationen und Föderationen auch die Möglichkeit vorsah, Befugnisse der Kommunen bezüglich der Annahme allgemeiner Bebauungspläne, Beratung über besondere Bebauungspläne bzw. Regionalplanung, Bau- und Parzellierungsverordnungen auf das Niveau der Föderationen zu übertragen. Wie ein Smaragdgürtel konnten die Randföderationen rund um Brüssel die Raumordnung des Gebiets daher mitbestimmen. Obwohl die Randföderationen bereits in den 70er Jahren aufgehoben wurden, ist ihr Einfluss bis heute besonders wichtig. Sie bilden nämlich die Basis, auf der sich viele Interkommunalen organisiert haben, und außerdem gilt in den Kommunen im Gebiet der früheren Randföderation Halle immer noch die Bauverordnung der ehemaligen Randföderation, welche die Anzahl der Stockwerke auf 4 begrenzt.
Die Wahlen für die Randföderationen am 21. November 1971
Die Randföderationen erhielten jeweils einen direkt gewählten Rat und ein Exekutivkollegium. Am 21. November 1971 wurden die Wähler aus den betreffenden Gemeinden zur ersten (und einzigen) Wahl der Randföderationen eingeladen. In den Brüsseler Gemeinden wurde am gleichen Tag der Agglomerationsrat gewählt. Weil die Wahlen pro Kommune veranstaltet wurden, wurde befürchtet, dass die Ergebnisse, vor allem in Brüssel und den Fazilitäten- Gemeinden, als eine Art Sprachzählung ausgelegt werden würden. Das Ergebnis bestätigte im Allgemeinen die Tendenzen, die aus den Parlamentswahlen vom 7. November 1971 hervorgegangen waren: Die Front démocratique des Francophones (FDF) und die Volksunie (VU) erhielten in Brüssel und im Randgebiet zunehmend Stimmen von Wählern aus den traditionellen Parteien. In sprachpolitischer Hinsicht wurden die Randföderationsräte zu einem flämischen Gegengewicht für die radikal französischsprachigen Präferenzen der Brüsseler Wähler. Im Randgebiet erhielten die CVP-Listen die meisten Stimmen, aber auch die VU-Listen verzeichneten ausgezeichnete Ergebnisse, was aus der folgenden Grafik hervorgeht. Anteilmäßig erzielte die CVP in den fünf Föderationen fast überall die gleichen Ergebnisse (zwischen 29 und 34 %). Das Gewicht der anderen politischen Formationen schwankte je nach Föderation. In den Föderationen Zaventem, Tervuren und Asse betrug der Stimmenanteil der VU jeweils 21 und 23 %. Die französischsprachigen Listen traten im Randgebiet unter dem Namen Liberté et Démocratie an. Sie erreichten in der Föderation Zaventem 21 % der Stimmen.
Grafik: Politische Zusammensetzung der Räte nach den Wahlen vom 21. November 1971

Die Zusammensetzung der Räte
Die Zusammensetzung der Kollegien
| partij | Randföderation Asse | Randföderation Halle | Randföderation Tervuren | Randföderation Vilvoorde | Randföderation Zaventem |
| BSP | |||||
| Kommunisten | |||||
| Vlaamse BSP | 1 | ||||
| Liberalen Mundeleer | |||||
| CVP-PSC | |||||
| FDF-PLP | |||||
| VU | 2 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| PLP-PVV | 1 | ||||
| Blauwe Leeuwen | |||||
| PLP bruxellois | |||||
| Liberté et Démocratie | 1 | 1 | 1 | ||
| SOS-demokratie | 1 | ||||
| CVP | 4 | 4 | 4 | 4 | 3 |
| SCF (PSC-strekking) | |||||
| TOTAAL | 7 | 7 | 5 | 7 | 5 |
Weitere Informationen
- Gesetz vom 26. Juli 1971 über die Organisation der Agglomerationen und Föderationen von Gemeinden (Belgisches Staatsblatt, 24. August 1971), Download (pdf, 412 kb)